Almut Boynick - Geigerin

Biografie

Gebürtige Hamburgerin, studierte nach dem Abitur zunächst in Lübeck bei Prof. Petru Munteanu. Das Diplom der künstlerischen Reife erhielt sie in Würzburg bei Prof. Conrad von der Goltz. Dort begann sie auch, sich auf das Konzertexamen vorzubereiten, erhielt jedoch ein Stipendium des College-Conservatory of Music der University of Cincinnati in den USA, das sie mit einem Master Degree abschloss. Sie wurde in diesen drei Jahren wesentlich von Walter Levin (Primarius des LaSalle Quartetts)(siehe auch hier), Kurt Saßmannshaus und Dorothy DeLay geprägt. Sie war mehrfach Stipendiatin des Aspen Music Festivals und lernte in Meisterkursen von Max Rostal, Ricardo Odnoposoff (ehemaliger Konzertmeister der Wiener Philharmoniker) und Louis Krasner (Solist der Uraufführung von Alban Bergs Violinkonzert). Neben dem Studium sowie zahlreichen kammermusikalischen und solistischen Auftritten wurde sie gern von vielen verschiedenen Berufsorchestern in Deutschland und Amerika engagiert (u.a. Oper Lübeck, Oper Kassel, Cincinnati Chamber Orchesta, Dayton Philharmonic, Rundfunkorchester München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Kammerorchester Pforzheim). Nach einem schweren Autounfall ist sie seit 1998 Mitglied des Philharmonischen Orchesters Regensburg.

Zu ihrem Konzertrepertoire gehören auch Vivaldis "Vier Jahrezeiten", Strawinskys "Geschichte vom Soldaten", Violinkonzerte von Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Spohr, Bruch und Brahms sowie Solowerke von Bach, Paganini und Ysaÿe.

Seit 2019 spielt Sie regelmäßig Kammermusikkonzerte mit dem Pianisten Prof. Michael Seewann. Sie haben zusammen Stücke wie Beethovens "Frühlings- und Kreutzersonaten", Zemlinskys "Serenade", Schuberts "Fantasie in C Dur" D934, Schnittkes "Suite in the Old Style", und Lutosławskis "Subito" aufgeführt.

Sie spielt im Ivory Streichquartett mit ihren Kollegen David Tumasov, Gregor Pajak und Armand Fauchère, alle sind Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Regensburg.

Sie freut sich die nächste Generation von jungen Geigern auf ihren Weg zu Helfen. Sie unterrichtet in Etterzhausen, Kelheim und Burglengenfeld.

Presse

Almut

In der Bismarck Parkgarage
© Oleg Kuzenko

  • Gerhard Dietel
  • Mittelbayerische Zeitung
  • 14. März 2016

Begonnen hatte das vierte Kammerkonzert des Philharmonischen Orchesters zunächst ganz klassisch: mit Mozarts A-Dur-Sonate KV 526, ausgeführt von Almut Boynick (Violine) und Israel Gursky (Klavier). Leichtfüßig und lebendig in der Artikulation musizierten die beiden den Kopfsatz und steigerten dessen Bewegtheit – nach einem dunkle Farben entwickelnden Andante – noch im fast zäsurlos dahineilenden Presto-Finale.

Ein Schaustück für Geiger

In gleicher Besetzung erklang später Niccolò Paganinis „Moses-Fantasie“, ein Schaustück für jeden Geiger, bei dem der Violin-Part allein auf der G-Saite zu absolvieren ist, auch wenn er sich aus markiger Tiefe aufsteigend bis in schwindelnde Oktav-Höhen empor bewegt. Furchtlos führte Almut Boynick dieses Stück Hochseil-Artistik vor...

  • Randolf Jeschek
  • Mittelbayerische Zeitung
  • 16. März 2011

Respektable Leistung

Noch ein virtuos komponierender Geiger stand auf dem Programm, Giuseppe Tartini mit seiner Teufelstriller-Sonate, einer Triller-Orgie ohnegleichen, mit ausgiebiger Zweistimmigkeit und halsbrecherischem Passagenwerk eine Herausforderung für jeden Geiger. Auch wenn nicht zuletzt angesichts der überbordenden Verzierungskunst eine barocke Spielweise und entsprechendes Instrumentarium angemessener erscheint, so konnte die Geigerin Almut Boynick, am Klavier begleitet von Annegret Gieseke, mit ihrem in sich stimmigen, „modernen“, kraftvollen und flächigen Ansatz überzeugen. Eine respektable Leistung.

  • Gerhard Heldt
  • Mittelbayerische Zeitung
  • 24. Oktober 2009

Den Mut, eine der Solosonaten von Eugène Ysaÿe, angesiedelt zwischen Bach und Paganini, im Konzert zu spielen, bringen nur wenige Geiger auf. Almut Boynick tat es und begeisterte ihr Publikum mit tadellosem zwei- bis vierstimmigem Spiel wie präzisem Legato-Laufwerk. Es gelang ihr, dieses Werk, das sich dem Ohr nur schwer anschmiegt, so überzeugend darzustellen, dass es zu Recht mit außerordentlichem Beifall honoriert wurde.

  • Barbara Engels
  • Passauer Neuen Presse
  • 12. Juli 2008

Während die Sonne langsam untergeht, spinnt das Passauer Studentenorchester sein Sommermärchen mit Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll weiter. Die tänzerische Leichtigkeit, mit der Solistin Almut Boynick das eigentlich für den Winter geschriebene Stück interpretiert, lässt auch den letzten Klassik- Banausen vergnügt mit den Fuß wippen.

  • Gerhard Summer
  • Süddeutsche Zeitung
  • 8. März 1992

[Beethoven - Violinkonzert] Und das lyrische, differenzierte und überlegte Spiel der Musikerin hatte fesselnde Momente: Das Thema nach der Kadenz im Allegro ma non troppo beispielsweise, begleitet von Streicher-Pizzikati, wurde unter ihrem sanftem Zugriff zur bewegenden Elegie, zur aufwühlendsten Stelle im ganzen Konzert vielleicht. Dem Rondo schließlich gab sie frischen Schwung, Glanz und Fröhlichkeit...

Aufnahmen

Almut

Mit ihrem Sohn Nathaniel

Hier sind Live-Mitschnitte von einigen Auftritten,
die Almut Boynick durch die Jahre spielte.

Johann Sebastian Bach

Chaconne (1996)

Giuseppe Tartini

Violinsonate g-Moll, Teufelstriller-Sonate 3.Satz (1988) mit Phil Farris, Klavier

Ludwig van Beethoven

Violin Sonata Nr.8 1.Satz (Auschnitt) (1987) mit Donald Doucet, Klavier

Niccolò Paganini

Moses-Fantasie (auf der G-Saite) (2016) mit Israel Gursky, Klavier

Johann Sebastian Bach/Charles Gounod

Ave Maria (2019) mit Nathaniel Boynick, Harfe

Eugène Ysaÿe

Ballade für Violine solo (2009)

Marcel Tournier

Promenade à l'automne (2019) mit Nathaniel Boynick, Harfe

Claude Debussy

Violin Sonata 2.Satz (1983) mit Gerhard Riedel, Klavier

Maurice Ravel

Violin Sonata Nr.2 1.Satz 3.Satz (1983) mit Johannes Möller, Klavier

Sergei Prokofjew

Violin Sonata Nr.2 2.Satz (2010) mit Johannes Umbreit, Klavier